Blüte Blatt & Co.
Biene in Blüte

Herzlich willkommen auf unserer Website.

Schön, dass Sie uns besuchen und mit dabei sind, wenn es darum geht, die Welt ein bisschen bunter zu machen. Für die Umsetzung dieses Ziels verwenden wir drei «Basisfarben»: pflanzen, entwickeln und pflegen.

pflanzen...

Dem alten Zitat folgend: «Jeder sollte in seinem Leben einen Baum pflanzen», setzen wir dies leidenschaftlich in die Tat um. Wobei wir zwischen Bäumen, Sträuchern, Stauden, Gräsern oder Saisonblumen keinerlei Unterschied machen – Hauptsache pflanzen, denn pflanzen generiert Leben.

entwickeln...

Eigentlich müsste es heissen: «Wir entwickeln weiter». Denn so folgen wir der einzigen Konstante in unser aller Leben – der Veränderung. Einen Garten kann man nicht konservieren, egal wie viel Schotter man hineinschüttet. Darum nutzen wir natürliche und dynamische Prozesse, um Gärten lebendig und trotzdem pflegeextensiv voranzubringen.

pflegen...

Keimung, Wachstum und Verfall bewegen sich ständig durch natürliche Areale, sowie durch Öffentliches Grün, Stadtparks, Industrieanlagen aber selbstverständlich auch durch unsere Gärten. Diese Prozesse bedürfen stetiger Steuerung in Form von Pflege, gerade in dieser Zeit des rasanten Wandels, in so vielerlei Hinsicht. Mit der Pflege schaffen wir gerade an Orten, in denen wir zur Ruhe kommen wollen, auch eine sichtbare Kontrolle und ob es uns gefällt oder nicht: ohne Umgebungskontrolle entsteht keine gefühlte Sicherheit und ohne Sicherheit können wir nicht zur Ruhe kommen.

Aktuelles Gartenthema

Wenn das Klima verrückt spielt

Das Klima beschert uns beinahe monatlich neue Rekorde: «Es ist so heiss wie noch nie», «seit Messbeginn wurden noch nie so viele Blitzeinschläge registriert», «Die Pegelstände der Flüsse erreichen Rekordhöhen oder Tiefen» – und oft ist es schlicht viel zu trocken.

In unseren Gärten wünschen wir uns weder Hagel- noch Sturmschäden und selbstverständlich auch keine Überschwemmungen. Gegen Naturgewalten gibt es jedoch – ab einem gewissen Ausmass – nur begrenzte gartenplanerische Möglichkeiten. Wasseraufnahmefähige, gesunde Böden sind zentral; in stark hagelbetroffenen Regionen kann mit regenerationsfähigen Stauden und Gehölzen gearbeitet werden, und in sturmreichen Gebieten setzt man bruchfeste Pflanzen ein. Doch auch hier gilt: Ab einem gewissen Punkt stossen wir an Grenzen.

Wie verhält es sich jedoch mit den Klimafaktoren Hitze und Trockenheit? Ausgeliefert sind wir ihnen nur dann, wenn wir sie weiterhin als Ausnahmen betrachten, statt ihnen mit gezielten Massnahmen zu begegnen. Die Kombination beider Faktoren – heiss und trocken über lange Zeit – zählt zu den problematischsten Entwicklungen des klimatischen Wandels. Das Jahr 2026 führt uns dies eindrücklich vor Augen.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass Hitze und Trockenheit uns im Garten nicht gleichermassen herausfordern.

Hitze

Hitze ist extrem belastend – für Menschen, die sie nicht gewohnt sind oder gesundheitlich beeinträchtigt sind, und ebenso für Pflanzen, die evolutionär nicht an heisse Standorte angepasst wurden.

Entscheidend ist daher, an sonnigen, heissen Lagen Pflanzen einzusetzen, die diese Bedingungen nicht nur ertragen, sondern benötigen. Der Unterschied ist wesentlich: Ertragen bedeutet oft, gerade noch zu überleben – und optisch wirkt dies entsprechend verdorrt und somit unattraktiv.

Künftig gilt es, Pflanzen konsequenter nach Standortbedingungen zu klassifizieren. Arten, die bisher als «sonnig bis halbschattig» galten, sollten bewusst in den Halbschatten verlegt werden; Gleiches gilt für die Kategorien «schattig» und «sonnig». Ein «Wischiwaschi» dazwischen wird künftig kaum mehr funktionieren.

Stehen Pflanzen im passenden Licht, spielt ein Temperaturunterschied von wenigen Grad im Sommer meist keine Rolle. Doch so einfach ist es nicht – denn hier kommt die Trockenheit ins Spiel.

Trockenheit

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Sommer mit langen Hitzephasen, niederschlagsarmen Wochen oder extrem wechselhaftem Wetter. Gartenplaner*innen reagierten darauf mit Hybrid-Lösungen und einer guten Portion Dynamik.

Dynamik bedeutet den Einsatz kurzlebiger Pflanzen, die sich gut über Samen verbreiten. Solche Füll- oder auch Pendlerstauden genannt, können in Jahren mit extremen Wetterereignissen Ausfälle kompensieren, ohne langfristige Lücken in den Pflanzungen entstehen zu lassen. Diese Strategie funktionierte – zumindest eine Zeit lang.

Seit Ende der 2010er-Jahre wirken viele Pflanzungen durch die Wetterkapriolen immer wieder phasenweise unattraktiv und benötigen darum mehr Pflege. Das entspricht nicht den Erwartungen der Besitzer – ob im Firmen-, privaten oder öffentlichen Bereich. Besonders die zunehmende Trockenheit stellt uns immer häufiger vor Herausforderungen.

Einsaaten robuster einjähriger, zweijähriger und kurzlebiger Arten (z. B. Jungfer im Grünen, Kalifornischer Mohn, diverse Leinkräuter, Färberkamille, Wiesenkerbel, Wilde Möhre, Spornblume oder Bergminze) funktionierten teilweise gut als Lückenfüller nach Ausfällen durch Trockenperioden, führten jedoch häufig zur Verdrängung weniger konkurrenzstarker Arten – und damit zu zusätzlichem Pflegeaufwand, vor allem um die Pflanzungen optisch stabil zu halten.

Mögliche Lösungen

Aus diesen Erfahrungen entstand ein Ansatz, der stärker auf visuelle Stabilität setzt. In den letzten Jahren wurden vermehrt Kleingehölze und Rosen integriert – ergänzt durch ein Stauden- und Gräsersortiment, das wechselfeuchte Bedingungen toleriert, winterhart ist und weitgehend von Schnecken verschont bleibt.

Diese Strategie funktioniert in allen Lichtsituationen. Im Schatten und Halbschatten kommen viele Stauden ohnehin gut mit Trockenheit zurecht, da sie häufig in Wurzelkonkurrenz mit Bäumen stehen – hier ist der Einsatz von Kleingehölzen weniger zwingend.

Ein weiterer Vorteil von Rosen (insbesondere Kleinstrauchrosen) und Kleingehölzen zeigt sich im Winter: Stauden und Gräser verlieren durch Starkregen und frühe Nassschneefälle oft rasch ihre Struktur. Kleingehölze wie Fingerstrauch, Bartblume, Japanischer Spierstrauch, Zwergflieder oder Kleinstrauchrosen mit dekorativen Hagebutten bleiben hingegen stabil und bereichern das winterliche Aspektbild bis zum Rückschnitt im späten Winter oder frühen Frühling.

Spannende neue Konzepte mit mediterranen Halbsträuchern – kombiniert mit passenden Stauden, Gehölzen und Gräsern – erinnern an Landschaften Südfrankreichs, Portugals oder Italiens. Sie müssen jedoch sorgfältig getestet werden. Ohne Eingriffe in die Bodenbeschaffenheit wird es nicht funktionieren: Mediterrane Arten wie zum Beispiel Lavendel, Rosmarin, diversen Ginster oder Salbeiarten reagieren empfindlich auf Winternässe. Die Böden müssen durchlässig, mager und frei von Staunässe sein; windexponierte Lagen sollten mit höheren Pflanzungen abgefedert oder gemieden werden.

Optische Attraktivität, Stabilität, Hitze- und Trockenheitsresistenz sowie Pflegearmut sprechen klar für solche Konzepte. Höhere Anlagekosten und mögliche Nachpflanzungen nach sehr kalten Wintern sind jedoch zu berücksichtigen.

Die Biodiversität in diesen Konzepten

Was ist mit unserer einheimischen Flora?

Das Nektar- und Pollenangebot für Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge lässt sich gut sicherstellen; auch für Unterschlupf durch Totholz, Laubhaufen und vielfältige Nistmöglichkeiten kann gesorgt werden. Doch die Förderung einheimischer Blumen, Stauden und Gehölze – und der spezialisierten Fauna, die auf sie angewiesen ist – erfordert weitere Schritte.

Ein zentraler Ansatz

Rasenflächen teilweise der Natur überlassen, ohne vollends auf deren Nutzung zu verzichten.

Massnahmen wie

  • nicht mehr düngen
  • Teilflächen erst ab Mitte Juni oder erst Anfang Herbst mähen
  • Zwiebelpflanzen in Randzonen zur natürlichen Ausbreitung setzen
  • nicht mehr wässern

sind einfach umzusetzen.

Das Ergebnis ist eine natürliche Spontanbegrünung mit vielfältigen Lebensräumen, die zahlreichen einheimischen Kräutern, Blumen und Gräsern Raum bietet. Der klassische, gepflegte Rasen ist ohnehin ein Auslaufmodell – zu pflegeintensiv und zu wasserbedürftig.

Viele einheimische Gehölze trotzen Hitze und Trockenheit ausgesprochen gut – darunter auch eingebürgerte Arten wie Perückenstrauch oder Blasenstrauch, selten gewordene Gehölze wie die Pimpernuss sowie wertvolle Vogelnährgehölze wie Schlehe, Sanddorn oder die heimische Felsenbirne.

Ganzjähriger Sichtschutz ist gefragt. Allein mit Eiben ist dies weder attraktiv noch realistisch. Immergrüne Exoten sind legitim, doch eine grössere Bereitschaft für heimische Gehölze wäre wünschenswert.

Auch unter Stauden, Kleingehölzen und Gräsern gibt es zahlreiche einheimische Arten, die sich hervorragend in die oben beschriebenen Pflanzkonzepte integrieren lassen und die Biodiversität wirksam fördern.

Wichtig aus Sicht des Textverfassers

Zum Klima-Thema gäbe es noch viel zu erwägen – allein die Wasserrückhaltung und Speicherung würde einen eigenen Text füllen. Entscheidend ist jedoch, dass wir die Veränderungen endlich akzeptieren, mit Massnahmen beginnen und dort weitermachen, wo unsere Vorfahren erfolgreich begonnen haben: uns den sich wandelnden Bedingungen anzupassen. Denn wer sich nicht mehr anpasst, stirbt aus.

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